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Walk in the Sky oder Wolkenbilder

Petra Thalmeier malt neben ihren Bergbildern jetzt auch großformatige Wolkenbilder. Was zunächst als kleine Sensation anmutet, ist aber bei genauer Betrachtung nur folgerichtig. Verfolgt man das Werk von Petra Thalmeier aufmerksam, dann bemerkt man, dass der Himmel in ihren Bergbildern zunehmend mehr Raum einnimmt. Sie fertigt nicht nur Skizzen und Studien zu ihren Bergen an, sondern spätestens seit 2004 auch zu Wolken und verschiedenen Himmelsstimmungen.

Genau wie die Bergmalerei erfordert auch die Wolkenmalerei eine genaue Beobachtungsgabe und die Gabe, komplizierte Formgebilde mit künstlerischen Mitteln auf die Leinwand zu bringen. Die ganze Leinwand wird bei Petra Thalmeier Himmel, ein Himmel der zunächst fremd wirkt, bis wir merken, dass es genau der Himmel ist, der uns Tag für Tag umgibt. Wir haben nur verlernt, den Blick nach oben zu wenden und das tägliche Schauspiel der Wolken zu sehen und zu erkennen.

Wolkenbilder sind immer beides - ein konkretes und ein abstraktes Bild. Wolken sind flüchtig und einmalig. Ihr Aussehen hängt vom Licht, von der Wetterlage und der Jahreszeit ab. Wolkenbilder erscheinen vertraut und  relativ konkret, wenn sie mit einer Landschaft verbunden sind. Löst man sie aber von der Landschaft, dann müssen Sehgewohnheiten geschärft werden, dann wird der Grat zwischen Abstraktion und Gegenstand sehr schmal. Jetzt Petra Thalmeier, die ihre Wolkenbilder als autarkes Thema auf großformatige Leinwände bannt. Und sie beherrscht das Thema. Mit malerischen Mitteln hält sie den flüchtigen Moment - ein Wolkenhimmel verändert sich in sekundenschnelle und kommt so nie wieder - auf ihrer Leinwand fest. Sie verdeutlicht hier, dass ein Wolkenbild aus einer Unzahl verschiedenerer Farben besteht, mal lieblich und mal dramatisch, aber nie langweilig. Es gibt immer etwas in ihren Wolkenbildern zu entdecken: Wetterstimmungen, Jahreszeiten- und Tageszeitenbestimmungen. Dabei wählt sie ganz bewusst auch den Himmel vor ihrer Haustüre, also einen Himmel, den wir alle sehen könnten. Wir tun es nur nicht mehr, da wir es verlernt haben. 

Petra Thalmeiers Wolkenbilder bestechen nicht nur durch ihre unglaubliche Umsetzung der unterschiedlichen Wolkenstimmungen, sie öffnen uns auch die Augen. Sie machen etwas sichtbar was immer da war und da sein wird. In ihren Bildern kann man am Himmel laufen und wir können uns groß fühlen, denn wir haben wieder sehen gelernt, wir brauchen nur die Wolken zu betrachten.

Gabi Jahreiß